Wolf-Eckart Lüps
28 freiberufliche Jahre
78 ausgeführte Projekte
10 Architekturpreise
4 Wettbewerbspreise
Ehrenamtliche Aufgaben: 2 Jahre Vorsitzender im Wettbewerbsausschuss Oberbayern, 2 Jahre stellv. Landesvorsitzender des BDA-Bayern, 8 Jahre Mitarbeit in verschiedenen Ausschüssen der Bayerischen Architektenkammer, Vorsitzender des Wessobrunner Kreises, 1 Semester Lehrtätigkeit Fachhochschule München.
Solange quantitative, materielle und administrative Anforderungen alle unsere Kräfte absorbieren und unsere Umwelt uns mit äußerlichen Reizen überberfrachtet, bleibt das Sinnliche, die Poesie, also die Schönheit und die Verzauberung auf der Strecke. Qualitäten, die kaum noch erkannt, geschweige denn für notwendig empfunden werden. Das Sinnliche, sagt Tadao Ando, in der Architektur besteht aus einem Teil durch das Ergebnis logischer Überlegungen und einem Teil, der mit Hilfe der Sinne entsteht. Unsere Sinne reagieren auf Gegensätze, auf Kontraste, die es gilt in unseren architektonischen Arbeiten herauszuarbeiten. Körper und Zwischenraum, Volumen und Leere, Panorama und Ausschnitt, Licht und Schatten, hart - weich, hoch - niedrig, rau - glatt, laut - leise, eng - weit, innen - außen.
Ich bevorzuge die Körperlichkeit in der Architektur und weniger die, die mit Bauteilen, Linien und Scheiben zusammengestrickt wird. Ich schätze die Architektur der definierten Räume, nicht der zerrissenen oder endlosen Räume, ich versuche die Gestaltung mit Körpern, deren Innenräumen und den Räumen zwischen den Körpern.
Ich versuche besetzte Figurationen, Moden oder akademische Architektur- auffassungen nicht schlecht nachzuahmen, sondern selbst für den jeweiligen Ort, Zweck und für das besondere Gemüt eine Form zu finden. Meine Sprache ist risikoreicher, weil experimentierfreudiger, nicht so sehr abstrakt, sondern eher auf mich selbst bezogen. Alle von mir entworfenen Gebäude sind Räume, in denen ich mich gern selbst bewege. Das Experiment ist für mich Motivgeber und Medium für jeden Planungsprozess und stets begleitet von mühseligen Irrwegen. Aber es ist auch ein Garant für das Spielerische und den Spaß, den ich an meiner Arbeit habe.
Meine Arbeiten sind stets grundverschieden. Sie entstehen in Abwägung aller Qualitäten, die beim Hausbau von mir erkannt werden, nicht zu vergessen die atmosphärischen, also die Sinnlichkeit stiftenden. Hinzu kommt die Individualität des Bauherrn, von der ich versuche einen Gestaltungsbeitrag zu erschließen. Das Bauen stellt sich somit als eine experimentelle, gegenwärtige Herausforderung dar, die ihre Entsprechung in meiner Lebensauffassung findet. Vergangenheit wird für mich sehr schnell abstrakt, die Zukunft sowieso.
Letztendlich messe ich mich stets an der Frage: wie kann ich das Chaotische meiner Gedanken in klärende Ordnung bringen, ohne die Kraft des Chaos zu verlieren.